Über Ukraine

Ländername: Ukraine (ukrainisch: Ukrajina)

Amtssprache: Ukrainisch

Hauptstadt: Kiew (ca. 2,7 Mio. Einwohner)

Nationalfeiertag: 24. August, Tag der Unabhängigkeit (1991)

Staatsform: Parlamentarisch-präsidiale Republik

Staatsoberhaupt: Präsident der Ukraine Viсtor Yanukovych, am 7. Februar 2010 vom Volk für 5 Jahre gewählt (Amtsantritt: 25. Februar 2010)

Regierungschef: Premierminister Mykola Azarov

Außenminister: Am 11. März 2010 wählte das Parlament Kostyantyn Gryshchenko zum neuen Außenminister

Parlament:
Vorsitzender der Werchowna Rada -Volodymyr Lytwyn Ergebnis der vorgezogenen Parlamentswahlen vom 30. September 2007: Partei der Regionen 34,37% (175 Sitze), Block Yulia Tymoshenko 30,71% (156 Sitze), Block Unsere Ukraine – Selbstverteidigung des Volkes 14,15% (72 Sitze), Kommunistische Partei der Ukraine 5,39% (27 Sitze), Block Lytwyn 3,96% (20 Sitze). Landesfläche: 603.700 Quadratkilometer Bevölkerung: 45.999.934 (2009) (Bevölkerungsdichte 76 Pers. / km2), davon 78% Ukrainer, 17% Russen, 0,6% Weißrussen, 0,5 % Krimtartaren, 0,1 % (rund 33.000) Deutsche, insgesamt über 130 Nationalitäten (Volkszählung 2001) Religionen: Russisch-orthodox (Moskauer Patriarchat), Ukrainisch-orthodox (Kiewer Patriarchat), Ukrainisch-orthodox (autokephal), Griechisch-katholisch (uniert mit Rom). Kleinere jüdische, römisch-katholische und protestantische Gemeinden (insbesondere Baptisten); Islam (vor allem Krimtataren) Lage: zwischen 22 Grad und 40 Grad östlicher Länge sowie 45 Grad und 52 Grad nördlicher Breite Nachbarn: Polen, Belarus, Russland, Rumänien, Republik Moldau, Ungarn, Slowakei, 1.355 km Schwarzmeerküste Geographie: Im Westen prägen die Berge der Karpaten (bis 2000 m) die Landschaft, auf der südlichen Halbinsel Krim das Krimgebirge (bis 1500 m). Rest des Landes flach oder leicht hügelig. Im Norden waldreich, nach Südosten bergan zu Steppenlandschaft. Im Süden über 1000 Kilometer Küste zum Schwarzen Meer. Der Dnipro durchfließt das Land von Nord nach Süd.

Politische Beziehungen
Deutschland hat die Ukraine von Beginn an in ihrem Bemühen um eine Integration in europäische Strukturen und um demokratische und marktwirtschaftliche Transformation unterstützt. Bei ihrem Besuch in Kiew im Juli 2008 unterstrich Bundeskanzlerin Merkel diese Unterstützung ebenso wie in ihrem Glückwunschtelegramm an den am 7. Februar 2010 gewählten Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowytsch. Auf Minister- und Parlamentarierebene besteht zwischen Deutschland und der Ukraine ein reger Austausch. Zuletzt weilte Präsident Janukowytsch am 30. August 2010 auf Einladung der Bundeskanzlerin zu einem offiziellen Besuch in Berlin. In den Gesprächen mit Bundespräsident Wulff, Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Westerwelle unterstrichen beide Seiten, die bilateralen Beziehungen weiter vertiefen zu wollen. An den bilateralen Beziehungen haben auch Bundesländer, Städte und Gemeinden, Universitäten und Schulen, private Vereine und Einzelpersonen großen Anteil. Am 9. Februar 2009 beging das Deutsch-Ukrainische Forum mit einem Festakt im Auswärtigen Amt den 10. Jahrestag seines Bestehens. Über das internationale Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages („IPS“) und das „High Level Exchange Program“ der Botschaft Kiew besuchen Jahr für Jahr ukrainische Nachwuchskräfte Berlin, um dort im Bundestag, dem Auswärtigen Amt oder anderen Einrichtungen zu hospitieren.

Wirtschaftsbeziehungen Deutschland gehört zu den wichtigsten Handels- und Investitionspartnern der Ukraine. Das Handelsvolumen betrug 2008 insgesamt 8,16 Mrd. €, 2009 kam es zu einem Rückgang um etwa 44% auf 4,29 Mrd. €. Die Ukraine verzeichnet in den Handelsbeziehungen mit Deutschland ein deutliches Defizit von zuletzt 2,3 Mrd. EUR. Wichtigste deutsche Exportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, Chemieprodukte und elektrotechnische Erzeugnisse, wichtigste ukrainische Exportgüter Textilien/ Bekleidung, Metalle/ Legierungen/ Eisenwaren und Chemieprodukte. Bei den Direktinvestitionen liegt Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 6,6 Mrd. US-Dollar (von insgesamt 40 Mrd. US-Dollar) in der Ukraine auf Platz 2 nach Zypern. Große Investitionen wurden im Handel, im Bankensektor und in der lohnveredelnden Industrie getätigt. Die deutschen Nettoinvestitionen wuchsen 2009 um 3,4% im Gegensatz zu 11,0% im Vorjahr. Mehr als 1.000 deutsche Firmen sind schätzungsweise in der Ukraine vertreten. Ihre Interessen nimmt neben der Botschaft auch die „Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine“ wahr, die Vertretung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Im Juli 2010 tagte in Berlin zum fünften Mal die bilaterale „Hohe Arbeitsgruppe für wirtschaftliche Fragen“.

Eine „Deutsche Beratergruppe“ berät die ukrainische Regierung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums seit vielen Jahren auf hoher und höchster Ebene in wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen.